GESPRÄCH MIT DOMINIQUE RABATÉ

WANN

WO

Institut d’Études Françaises, Villa Europa,
Kohlweg 7, 66123 Saarbrücken

SPRACHE

FRANZÖSISCH

PROGRAMM

„Kann man es wirklich schaffen, sich in die Lage eines anderen zu versetzen, sich für einen anderen zu halten? Besteht darin das Geheimnis, das Fiktion und ihre besondere Wirkungsweise ausmacht?“

Dominique Rabaté ist Professor für französische Gegenwartsliteratur an der Université Paris Cité und hat zahlreiche Bücher zur Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts verfasst. In seinem neuesten Buch, Limites de l’empathie (2025), fragt er nach den literarischen Mechanismen, die Leser:innen dazu bringen, sich mit den Figuren zu identifizieren. Und er denkt darüber nach, wie Literatur unserer Fähigkeit zur Empathie immer wieder auf die Probe stellt. Wir können wir aus uns selbst heraustreten, um Welten zu erkunden, die neu für uns sind – oder radikal anders als das, was wir kennen? Und welche Widerstände formen sich, wenn Texte wie die von Olivier Guez, Emmanuel Carrère oder Marie NDiaye uns in die Intimität verstörender Figuren eindringen lassen – Nazis, Mörder, Mütter, die ihre Kinder töten?

In einer Zeit, die von identitären Zuschreibungen aller Art geprägt ist, lädt Dominique Rabaté uns dazu ein, Identifikation als einen paradoxen, dynamischen und mehrdeutigen Prozess in den Blick zu nehmen: ein Prozess, der eine Kunst des Sich-Entziehens und gleichzeitig eine kritische Auseinandersetzung mit unseren subjektiven und moralischen Grenzen bedeutet.

Auf die Vorstellung des Buchs folgt ein Austausch mit dem Publikum darüber, wie man heute Literatur lesen und unterrichten kann, in der Schule ebenso wie an der Universität.

Diese Veranstaltung wird in Kooperation mit dem Institut d’Études Françaises / Villa Europa organisiert.

Um Anmeldung wird gebeten unter: culture@ief-saarbruecken.eu

IN KOOPERATION MIT