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Citizen Bodies: Partizipatives Theater und reparative Erinnerungskultur

Dieses Projekt untersucht, wie gemeinschaftsbasierte Theateraufführungen bisher unsichtbare Körper auf öffentliche Bühnen bringen und in Auseinandersetzungen um historisches Gedächtnis, nationale Zugehörigkeit und politische agency eingreifen. Als komparatistische Studie bündelt es Forschungsergebnisse zu asiatischen Volkstheatern, die in Kontexten entstanden sind, die von politischer Gewalt und historischem Revisionismus geprägt waren. Indem Laienschauspieler:innen gemeinsam in der Öffentlichkeit auftreten, sprechen und agieren, proben sie alternative Formen des demokratischen Lebens und versuchen in spezifischen Kontexten, ein beschädigtes Gemeinwesen zu heilen. Diese verkörperten Praktiken fungieren heute als kulturelle Vehikel der Reparation und reichen von den inklusiven Aufführungen des Jana Natya Manch in Indien über Chung Siu-heis Protestdramaturgien in Hongkong bis hin zu den gegenkulturellen Werken von PETA auf den Philippinen. Durch die Kombination von Archivforschung, Performance-Analyse und Ethnografie greift das Projekt auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu Dissens, Verkörperung und Reparation zurück, um zu beleuchten, wie partizipatives Theater Gemeinschaften in die Lage versetzt, Sichtbarkeit, Erinnerung und Handlungsfähigkeit neu zu verhandeln. Indem es diese asiatischen Initiativen neben dem Théâtre du Peuple in der Großregion (SaarLorLux) sowie anderen europäischen Standorten betrachtet, entwickelt „Citizen Bodies“ einen transnationalen Rahmen, um zu verstehen, wie partizipatives Theater historische Narrative und zivilgesellschaftliche Vorstellungswelten prägt und wie verkörperte Praktiken Gemeinschaften dabei helfen, inklusive und gerechte politische Zukünfte zu entwerfen und zu verwirklichen.

DR. AURÉLIEN BELLUCCI
CURRICULUM VITAE

Aurélien Bellucci ist Forscher im Bereich Vergleichende Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit Demokratie, Gentrifizierung und Reparation im Rahmen von Theateraufführungen in Europa und Asien. Er ist assoziiertes Mitglied am Asia Center der Harvard University und wissenschaftlicher Mitarbeiter im vom ERC geförderten Projekt „Theatre and Gentrification in the European City“ (THEAGENT). Er promovierte in Vergleichender Literaturwissenschaft an der Harvard University, wo seine Dissertation „Democratic Performances: How Theater Creates the People“ eine Honorable Mention für den ACLA Charles-Bernheimer-Preis erhielt. An der Schnittstelle von Vergleichender Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft und politischer Theorie untersucht er anhand von Archivforschung und ethnografischer Feldforschung, wie partizipatives Theater es den Zuschauenden ermöglicht, einen citizen body zu bilden und dabei das historische Gedächtnis, die demokratische Handlungsfähigkeit und das städtische Leben neu zu gestalten. Derzeit vollendet er sein erstes Buch, People’s Theatres, das demokratische Experimente im Bereich partizipativer Performance in Europa und Asien nachzeichnet.

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