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Die Provenienz der Khmer-Skulpturen im Nationalmuseum Tokio neu denken: Perspektiven für Dialoge der Reparation zwischen Museen, Stätten und Herkunftsgemeinschaften

Dieses Projekt erforscht die Khmer-Skulpturen im Nationalmuseum Tokio, insbesondere jene, die während der japanischen Besatzung Kambodschas (1941–1945) aus den Büros der École française d’Extrême-Orient (EFEO) in Phnom Penh (Kambodscha) nach Japan überführt wurden. Dabei wird untersucht, wie die Entwendungen der Kolonialzeit das heutige Verständnis von Kulturerbe geprägt haben. Während sich die bisherige Forschung auf den diplomatischen und institutionellen Austausch zwischen Frankreich und Japan konzentriert hat, untersucht diese Studie die irreparablen Dimensionen des Verlusts und die Möglichkeiten kultureller Reparation. Durch die Rekonstruktion von Provenienzen, die Sichtbarmachung der nur begrenzt präsenten lokalen Erinnerungsperspektiven in japanischen Museumskontexten und ein Neudenken der Ausstellungsethik ist es Ziel dieses Projekts, die Museumspraxis in einen Ort des reparativen Engagements zu verwandeln, anstatt sie auf einen rein restitutiven Abschluss zu beschränken. Mithilfe von Archivanalysen, lokaler Zusammenarbeit und gemeinsamen Workshops stellt das Projekt eine Verbindung zwischen den historischen Bewegungen von Objekten und verkörperten sowie relationalen Erfahrungen von Erinnerung und Fürsorge her. Ausgehend von der zentralen Frage von CURE – wie man mit dem Irreparablen leben kann – definiert diese Forschung die Provenienz als einen affektiven und ethischen Prozess neu und eröffnet neue Dialoge zwischen Museen, Herkunftsgemeinschaften und einer geteilten Zukunft, die sie gemeinsam gestalten könnten.

DR. MIZUHO IKEDA
CURRICULUM VITAE

Mizuho Ikeda ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Südostasienstudien der SOAS University of London und arbeitet als kuratorische Beraterin für Ausstellungen im Museum of World Cultures in Riad. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf Museumssammlungen und dem kulturellen Erbe in Südostasien. Ihr besonderes Interesse gilt der Religiosität, der Diversität von Stimmen, der Repräsentation sowie den Entscheidungsprozessen, durch die bestimmt wird, was bewahrt, anerkannt und in Erinnerung behalten wird. Sie promovierte 2018 in Kulturanthropologie an der Waseda-Universität. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Louvre Abu Dhabi tätig, wo sie die Präsentation hinduistischer und buddhistischer Kunst im Kontext des Universalmuseums untersuchte. Außerdem war sie als Projektkuratorin für die Ausstellung Burma to Myanmar im British Museum sowie als Leiterin der Kulturerbe-Dokumentation für die Kuration des Maritime Asia Heritage Survey an der Universität Kyoto tätig.