Dieses Projekt untersucht kuratorische Praktiken, die sich mit den schädlichen historischen Bedingungen auseinandersetzen, unter denen mbusa, die weiblichen Initiationsobjekte des Chisungu, im Moto Moto Museum in Sambia zusammengetragen wurden. Indem es die Perspektiven der Gemeinschaft, verkörpertes Wissen und kollaborative Modelle der Fürsorge in den Vordergrund rückt, erkundet das Projekt, wie Museen zu einer reparativen Zukunft beitragen können, ohne den Anspruch zu erheben, das irreversibel Beschädigte wiederherzustellen. Eine Beschädigung an rituellen Systeme wie Chisungu ist auch eine Beschädigung von Körpern, Beziehungen und Wissensformen. Reparative museale Praktiken können, wenn sie auf Fürsorge und Verantwortlichkeit gründen, dazu beitragen, die auch für die Zukunft und Gegenwart wichtige Formen der Verbundenheit, des Wissens und der Gemeinschaft wiederaufzubauen.
DR. MARY MBEWE
CURRICULUM VITAE
Mary Mbewe promovierte in Geschichtswissenschaften an der University of the Western Cape (UWC). Von 2006 bis 2016 war sie als Kuratorin für Geschichte am Moto Moto Museum in Sambia tätig. Seit 2016 lehrt sie Geschichtswissenschaften an der Mulungushi University in Sambia. Sie erhielt Stipendien im Rahmen mehrerer internationaler Programme, darunter das Andrew W. Mellon Fellowship am Centre for Humanities Research (CHR) der University of the Western Cape (2013–2015), das Doktorandenfellowship des National Institute for Humanities and Social Sciences (2017–2023) und des SARChl Chair in Visual History Theory (CHR/UWC) sowie das Forschungsfellowship „Action for Restitution to Africa“ (2021–2022). Im Jahr 2018 erhielt sie den Ivan Karp Doctoral Research Award und 2019 war sie internationale Gastdoktorandin am Jackman Humanities Institute der University of Toronto. Mary Mbewe hat sich intensiv mit Kolonialsammlungen, der Geschichte der Anthropologie und Missionen in Afrika beschäftigt. Im Sommersemester 2025 war sie Gastdozentin am Institut für Ethnologie (Department of Social and Cultural Anthropology, DoSCA) an der Universität zu Köln, wo sie Seminare zu kritischen Museums- und Kulturerbe-Studien, Kolonialismus und Missionen sowie zu Archivierungsmethoden in der Forschung zu Kolonialsammlungen hielt.