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Tempo und Methode: Archive, Bibliotheken, Museen, und die Verfahren der Reparation

Langsamkeit und Hinwendung zum Einzelobjekt gehören zur methodischen Basis geisteswissenschaftlicher Arbeit. Sie sind verbunden mit einem Versprechen der Genauigkeit und Adäquatheit. Im Bereich der Provenienzforschung und Restitution steht geisteswissenschaftliche, sammlungsbezogene Arbeit unter politischem, juristischem und ethischem Handlungsdruck; dies verstärkt angesichts der über Jahrzehnte verzögerten Verhandlung von Restitutionsansprüchen der Rechtsnachfolger geschädigter Personen und Gruppen. In welchem Verhältnis stehen methodische Grundsatzentscheidungen, Arbeitstempi und kulturpolitische Szenarien? Ist angesichts begrenzter Ressourcen ein methodisches Umdenken angezeigt? Das Projekt fragt nach der historischen Komplizenschaft geisteswissenschaftlicher Forschung in Unrechtskontexten, nach der Verantwortung von Tätergesellschaften und nach Möglichkeiten der Reparation jenseits einzelfallbasierter Restitution.

PROF. DR. MARCEL LEPPER
CURRICULUM VITAE

Marcel Lepper ist seit 2021 Honorarprofessor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Leipzig sowie seit 2024 Direktor der Fondation Rilke in Sierre (Schweiz). Von 2005 bis 2018 war er Leiter des Forschungsreferats und der Arbeitsstelle für die Erforschung der Geschichte der Germanistik im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Von 2018 bis 2020 leitete er das Literaturarchiv der Akademie der Künste, Berlin. Von 2020 bis 2022 war er Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs, Klassik Stiftung Weimar, von 2023 bis 2024 Geschäftsführer der Carl Friedrich von Siemens Stiftung, München. Im Rahmen von Forschungsaufenthalten war er u. a. an der University of Kent, Canterbury, an der Princeton University und an der University of Cambridge zu Gast. Er war u. a. leitendes Mitglied des Suhrkamp Forschungskollegs (Volkswagen Stiftung) und Mitglied der wissenschaftlichen Leitung des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (BMBF). Gegenwärtig ist er u. a. Vorsitzender des Kuratoriums der Kulturstiftung Schloss Wiepersdorf (Land Brandenburg).

© Jörg Pütz