CURE unterwegs mit Markus Messling
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Auf Einladung von Gianluca Miniaci, Professor für Ägyptologie an der Universität Pisa und Honorary Research Associate am University College London, hält CURE-Direktor Markus Messling am 11. März 2026 einen Vortrag am Dipartimento di Civiltà e Forme del Sapere der Pisaner Universität. Der Vortrag „On Cultural Death: Champollion’s Pisan revelations“ findet statt im Rahmen einer Reihe von Veranstaltungen, mit denen die Universität Pisa an die erste ägyptologische Vorlesung vor 200 Jahren durch Ippolito Rosellini erinnert. Die Pisaner Ägyptologie ist die älteste der Welt.
Professor Messling wird sein gerade erschienenes Buch „Kulturtod und Reparation. Der Fall Champollion“ (Matthes & Seitz Berlin) präsentieren, in dem der Briefwechsel des Hieroglyphenentzifferers Jean-François Champollion mit der Pisaner Gelehrten und Schriftstellerin Angelia Palli eine zentrale Rolle spielt. Champollion machte bei Begegnungen mit Angehörigen der nordamerikanischen Osage-Nation in Paris und während der toskanischen Expedition mit Ippolito Rosellini in Ägypten in den Jahren 1827-1829 prägende Erfahrungen mit kolonialer Gesellschaftszerstörung. Diese waren eng mit jenem universalistischen Weltbewusstsein verknüpft, dem er selbst Aufstieg und Ruhm verdankte. Seinem Zweifel an diesem Weltbewusstsein verlieh Champollion in einem grundlegenden Brief Ausdruck, den er an seine Geliebte „Zelmire“ (Angelica Palli) schreibt. Palli, die erste Frau in diesem Kreis, hatte Champollion in der Livorner Accademia Labronica kennengelernt, wo sie 1826 eine Ode auf den Entzifferer improvisiert hatte. Champollions Zweifel und sein Handeln werfen Fragen auf, die Markus Messling zum Ausgangspunkt nimmt, um über die Grundlagen der europäischen Gegenwart nachzudenken.
