Vom 21. bis 25. September 2026 fand in der Villa Vigoni (Deutsch-Italienisches Zentrum für den Europäischen Dialog) in Menaggio die zweite CURE Summer School statt, in diesem Jahr zum Thema „Beyond Division“. Die Summer School wurde vom Käte Hamburger Kolleg CURE gemeinsam mit dem Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL Berlin) und in Kooperation mit der Katholischen Universität Portugal (Lissabon), der Universität Triest, der Universität Neapel Federico II und THALIM (Sorbonne Nouvelle/CNRS, Paris) organisiert. Für CURE haben Christiane Solte-Gresser, Hannah Steurer und Laura Vordermayer die Summer School konzipiert und geleitet.

Im intensiven intellektuellen Austausch haben 20 Doktorand:innen und 9 weitere Wissenschaftler:innen aus aller Welt gemeinsam darüber nachgedacht, was kulturelle Praktiken Prozessen der Dehumanisierung, Vereindeutigung und Komplexitätsreduktion entgegenzusetzen haben – und wie sie so über Spaltungsprozesse hinaus denken und handeln können.

Ausgangspunkt für die Diskussionen waren neben den Texten eines Grundlagenreaders insbesondere die Präsentationen der Doktorand:innen, die in beeindruckender Weise Beispiele kultureller Praktiken „Beyond Division“ in den Blick nahmen: Colum McCanns Roman Apeirogon, Sidi Larbi Cherkaouis und Damien Jalets Tanzperformance Babel (words), Denis Villeneuves Verfilmung von Wajdi Mouawads Incendies, Michel Butors und Bernhard Larsons Text-Foto-Kombination Die ganze Stadt Berlin sowie Bertolt Brechts Kriegsfibel. Ein Höhepunkt der Summer School war die Präsenz der Schriftstellerin Véronique Tadjo: In einer Lesung aus ihren Werken L’Ombre d’Imana und Je remercie la nuit, in einem Impulsvortrag mit anschließender Diskussion und in zahllosen weiteren Momenten des Dialogs kam sie mit den Teilnehmer:innen ins Gespräch über die Ethik eines Schreibens, das sich gegen Polarisierung richtet.

Die Bereitschaft, über Spaltung hinaus zu denken, hat auch die Diskussionen geprägt – mit einer großen Offenheit, die Perspektiven der anderen zu hören und in einen ebenso präzisen wie fairen Dissens zu gehen. Spuren der Summer School werden in der Forschung der Teilnehmer:innen ebenso sichtbar werden wie in den Kontakten und Netzwerken, die aus der gemeinsamen Zeit entstanden sind. Zugleich hat die Summer School gezeigt, wie wichtig Formate des interdisziplinären und internationalen Austauschs insbesondere im Angesicht von Spaltung und Polarisierung sind.

Weitere Informationen zur CURE Summer School finden Sie hier.

© Villa Vigoni
© Villa Vigoni
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V. l. n. r.: Laura Vordermayer, Christiane Solte-Gresser und Hannah Steurer