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Routinen des Überlebens: Populäre Comedy nach der Teilung Indiens

Das Buchprojekt Routines of Survival untersucht die kulturelle Rolle der populären Comedy nach der Teilung Indiens im Jahr 1947 – einem einschneidenden geopolitischen Ereignis, das zwei Millionen Todesopfer forderte und zwanzig Millionen Menschen zur Flucht zwang. Die Monografie analysiert Formen der Comedy als eine durch Massenmedien vermittelte Kategorie in Kino, Radio und Theater und zeigt, wie diese Formen das Publikum auf die prekäre Gegenwart einstellten. Anhand von Archivfragmenten aus verschiedenen institutionellen Archiven sowie aus Privatsammlungen von Künstler:innen, die infolge der Teilung vertrieben wurden, untersucht das Projekt, wie komische Routinen die Routine alltäglicher Erfahrungen sozialer Not, politischer Apathie und kultureller Stigmatisierung widerspiegelten – mit dem Ziel, (1) vertriebene Menschen als Figuren in Notlagen zu verorten, die sie im Rahmen alltäglicher Verhandlungen mit einer Vielzahl von Institutionen und Milieus erlebten; (2) politisch aufgeladene Idiolekte zu entwickeln, die die kollektive Unzufriedenheit und Sehnsüchte artikulierten; (3) einen Platz für solche Figuren in der öffentlichen Kultur und im nationalen politischen Leben einzufordern. Auf diese Weise wird Routine als analytisches Konzept entwickelt, das mit seiner weitreichenden Mehrdeutigkeit sowohl komische Darbietungen als auch alltägliche Rituale bezeichnet. Diese Routinen artikulierten zudem beharrlich eine Ablehnung der strukturierenden Bedingungen des Alltags, die für das Ethos des Überlebens in der verheerenden Folgezeit entscheidend war. Routines of Survival soll eine politische Genealogie des Humors in südasiatischen Medienkulturen nachzeichnen und zu den Diskursen über das Überleben, die im globalen Süden zunehmend geführt werden, beitragen.

DR. TRINANKUR BANERJEE
CURRICULUM VITAE

Trinankur Banerjee promovierte in Film- und Medienwissenschaften an der University of California, Santa Barbara (UCSB). An der UCSB war er als regents fellow tätig und erhielt zahlreiche Forschungs- und Dissertationsstipendien von der University of California. Er hat Artikel in Fachzeitschriften wie Discourse: Journal of Theoretical Studies in Media and Culture, Film Quarterly, Journal of Italian Cinema & Media Studies, Intersections sowie in verschiedenen Sammelbänden des Verlags Routledge veröffentlicht oder zur Veröffentlichung eingereicht. Zudem war er Mitherausgeber von zwei Ausgaben des Media Fields Journal. Seine Forschung befasst sich mit den Medienkulturen der Migration im postkolonialen Indien. Sein Buchprojekt Routines of Survival: Popular Comedy After the Partition of India untersucht, wie komische Formen im Schatten der Teilung Indiens eine populäre Ratio entwickelten, um die alltäglichen Auswirkungen der Enteignung auf ein instabiles politisches System zu bewältigen, und jenseits des Verlusts und des Grolls kollektive Zukunftsvisionen imaginierten.