Am 4. Juli 2026 fand am Saarbrücker Kulturgut Ost das Fest und Bürger:innenforum „Rivers Beyond Borders – Die Saar als Arbeiterin“ statt. Rund 100 Besucherinnen und Besucher nahmen im Laufe des Tages an der Veranstaltung teil, zu der CURE gemeinsam mit dem Goethe-Institut Nancy und zahlreichen weiteren Partnern aus Zivilgesellschaft und Umweltschutz eingeladen hatte.
Nach Grußworten von Barbara Meyer, Bürgermeisterin der Landeshauptstadt Saarbrücken, Manuela Ripa, Mitglied des Europäischen Parlaments, und dem Präsidenten der Universität des Saarlandes, Ludger Santen, führte der Philosoph, Schriftsteller und Kurator Camille de Toledo in die Geschichte der Naturrechte ein.


Anschließend luden drei Workshops die Besucher:innen dazu ein, sich mit der Saar als Erinnerungsraum, politischer Akteurin und Projektionsfläche für künftige ökologisch gerechte Lebensformen auseinanderzusetzen.
WORKSHOP: WORKING SAARϷ
Im Workshop „WORKING SAARϷ – Der Fluss als Arbeiterin“ stellte Régis Lemberthe (Sound Artist und Designer, Berlin) die Frage, was geschieht, wenn einem Fluss Rechte zuerkannt werden und er dadurch die Bedürfnisse und Werte seines „arbeitenden Körpers“ zum Ausdruck bringen kann. In kleinen Arbeitsgruppen versetzen sich die Teilnehmenden in die Rolle der Saar und erprobten aus dieser Perspektive neue Ideen für ihre Zukunft. Gemeinsam erarbeiteten sie mögliche Szenarien für die ökologische Verantwortung, die wirtschaftliche Handlungsmacht und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit des Flusses, die sie anschließend in Kurzpräsentationen vorstellten.


WORKSHOP: ICH BIN DIE SAAR!
Im Schreib- und Theaterworkshop mit Laurent Barthel standen die Beziehung der Teilnehmenden zur Saar, Flussrechte und die Frage nach einer gemeinsamen Zukunft im Mittelpunkt. Ausgehend von der Idee, dass die Saar Geschichten über die Landschaften, die sie durchfließt, und die Menschen, die an ihren Ufern gelebt haben, erzählt, erkundeten die Teilnehmenden durch kreatives Schreiben ihre eigenen Erinnerungen und Perspektiven. Dabei hatten sie die Gelegenheit, selbst zur „Stimme der Saar“ zu werden.



WORKSHOP: GAMING FOR THE SAAR
Der interaktive Workshop, geleitet von Isabelle Charpentier, stellte drei digitale Tools vor, die das Saar-Einzugsgebiet mithilfe von Simulationen, historischen Rekonstruktionen und partizipativen Spielansätzen erfahrbar machten. Die Teilnehmenden konnten Hochwasserszenarien erkunden, die Umweltgeschichte von Flusslandschaften nachvollziehen und in einem Computerspiel den Zusammenhang zwischen ökologischer Qualität und menschlichem Wohlbefinden entdecken.



Den Abschluss des Programms bildeten zwei Podiumsgespräche: Vertreter:innen aus Umweltrecht, Naturschutz, Industriegeschichte und Journalismus diskutierten darüber, wie die Idee von Flussrechten den Blick auf die Saar und ihre Geschichte verändern könnte und welche Vorstellungen von ökologischer Gerechtigkeit und demokratischer Transformation derzeit international in Politik und Recht verhandelt werden.


GANZTÄGIGE POSITIONEN



Die Veranstaltung schloss die CURE-Reihe „Rivers Beyond Borders“ ab und markierte zugleich den Auftakt einer weiteren Vernetzung zivilgesellschaftlicher und politischer Akteur:innen, die die Diskussion um Flussrechte in der Region gemeinsam fortführen wollen.
Weitere Informationen:
Projektübersicht Rivers Beyond Borders
Projektbroschüre „Rivers Beyond Borders“ [PDF]
Tagesprogramm „Die Saar als Arbeiterin“ [PDF]
Veranstaltungsarchiv
Alle Fotos © Oliver Dietze
VERANSTALTET VON:
Käte Hamburger Kolleg für kulturelle Praktiken der Reparation (CURE) und Goethe-Institut Nancy
IN KOOPERATION MIT:
Bourges 2028, Bureau du Livre – Institut français Deutschland, Cluster für Europaforschung (CEUS), Die Weltveränderer, HEAR – Haute école des arts du Rhin im Rahmen des Festival du Rhin, des fleuves et des rivières, Haus der Nachhaltigkeit Saarbrücken, L’Institut d’études avancées de Nantes, Institut d’Études Françaises, Kulturgut Ost, NABU, Sektor Heimat, Musée national d’histoire naturelle Luxembourg – Naturmusée, Stiftung Demokratie Saarland, UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Universität des Saarlandes
