CURE Unterwegs mit Christiane Solte-Gresser

WANN

WO

Universität Innsbruck

SPRACHE

DEUTSCH

PROGRAMM

Am 8. Juni 2026 hält CURE-Direktorin Christiane Solte-Gresser einen Vortrag mit dem Titel „Arbeit am Irreparablen. Reparationsdenken in den Literatur- und Kulturwissenschaften“. Der Vortrag fragt danach, auf welche Weise kulturelle Praktiken sich mit den irreparablen Schäden auseinandersetzen, die etwa durch Kriege, Genozide, Traumatisierung, Versehrung, Erderhitzung oder Artensterben verursacht wurden. In welchem Verhältnis stehen Kulturpraktiken wie das Aufführen, Erzählen, Ausstellen oder Filmen zu anderen Formen der Reparation, die beispielsweise in der Forderung nach politischer Anerkennung, juristischer Wiedergutmachung, Ausgleichszahlungen oder technischen Reparaturen zu Tage treten? Und inwiefern eröffnen solche kulturellen Praktiken durch die Bearbeitung der Vergangenheit Horizonte für ein Weiterleben – im besten Falle für eine gemeinsame Zukunft?

Diese theoretischen Fragen sollen zur Diskussion über eine notwendige epistemische Neuverortung der Literatur- und Kulturwissenschaften anregen. Nachgegangen wird ihnen anhand von konkreten Beispielen aus der Arbeit am Käte Hamburger Kolleg CURE. Es geht um verschiedene literarische und künstlerische Versuche, die unermesslichen Schäden zu bearbeiten, die der Kolonialismus und seine folgenschweren Fortsetzungen der Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo hinterlassen haben. Wie lässt sich, fragt der Vortrag damit zugleich, das Verhältnis Europas zur Welt in einer reparativen Weise denken und gestalten?

© KHK CURE