DISKUSSIONSABEND IM RAHMEN VON RIVERS BEYOND BORDERS – DIE SAAR ALS ARBEITERIN
WANN
WO
Jules Verne, Paul-Marien-Straße 11, 66111 Saarbrücken
SPRACHE
DEUTSCH & ENGLISCH
PROGRAMM
Seit mehr als einem halben Jahrhundert existiert die Idee, die Natur oder einzelne ihrer Bestandteile – wie Flüsse, Seen, Gletscher oder Wälder – zu Rechtssubjekten zu machen. In den letzten Jahrzehnten sind weltweit konkrete Beispiele entstanden, die zeigen, wie diese Idee praktisch umgesetzt werden kann.
Der Schriftsteller und Künstler Camille de Toledo setzt sich im Rahmen dieser Bewegung für die Rechte der Natur ein: Mit den Projekten „Das Parlament der Loire“ und „Die Internationale der Flüsse“ (siehe die Buchpublikationen Le fleuve qui voulait écrire, Flammarion 2024 und L’Internationale des rivières, Verdier, 2026) engagiert er sich in Frankreich und Deutschland dafür, dass Flüsse als juristische Personen anerkannt werden. Dies würde ermöglichen, ihre Interessen vor Gericht zu vertreten, und auf einer neuen rechtlichen Grundlage gegen die Ausbeutung und Schädigung von Flüssen und ihren Ökosystemen vorzugehen.
Kianush Ruf, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Romanische und Allgemeine Literatur- und Kulturwissenschaft, ist ein ausgewiesener Kenner des Werkes von Camille de Toledo. Er hat dessen Texte für Rhinozeros. Europa im Übergang und das Saarländische Staatstheater ins Deutsche übersetzt und beschäftigt sich intensiv mit den theoretischen Debatten zum Anthropozän in Frankreich und Deutschland. Als Gesprächspartner bringt er eine fundierte Perspektive auf Fragen sozialer und ökologischer Gerechtigkeit im Anthropozän ein, insbesondere im Zusammenhang mit der Geschichte kolonialer Ausbeutung und Unterdrückung.
Der Abend im Jules Verne bietet die Gelegenheit, gemeinsam eine kleine Reise durch die Geschichte der Rechte der Natur zu unternehmen und einige Präzedenzfälle – wie zum Beispiel den Whanganui River in Neuseeland und den Río Atrato in Kolumbien – zu diskutieren. Camille de Toledo und Kianush Ruf laden dazu ein, zentrale Fragen und damit verbundene Herausforderungen mit dem Publikum zu erörtern – etwa, ob und wie sich die „Stimmen“ der natürlichen Entitäten angemessen übersetzen und verkörpern lassen.
Das Käte Hamburger Kolleg CURE und die Stiftung Demokratie Saarland laden alle Interessierten herzlich zum Disskussionsabend ein. Der Eintritt ist frei.
IN KOOPERATION MIT:
Bourges 2028, Bureau du Livre – Institut français Deutschland, Cluster für Europaforschung (CEUS), Goethe Institut Nancy, Die Weltveränderer, HEAR – Haute école des arts du Rhin im Rahmen des Festival du Rhin, des fleuves et des rivières, Haus der Nachhaltigkeit Saarbrücken, L’Institut d’études avancées de Nantes, Institut d’Études Françaises, Kulturgut Ost und Sektor Heimat, NABU, Stiftung Demokratie Saarland, UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte, Universität des Saarlandes
